Heute vor 64 Jahren ...
... am 18. Juni 1962 wurde Reinhold Huhn an der Berliner Mauer erschossen.
Den gebürtigen Ostpreußen verschlug es als Kind mit seiner Familie nach der Vertreibung nach Adorf. Im Jahr 1962 tat er Dienst bei den Grenztruppen in Berlin. Am Abend des 18. Juni wollte der schon nach Westberlin geflohene Rudolf Müller seine noch in Ostberlin befindliche Familie über die Grenze bringen. Die Flucht war lange vorbereitet und wurde über einen von der Baustelle des direkt an der Mauer befindlichen Hochhauses des Axel-Springer-Verlages aus bewerkstelligt. Die Gruppe passierte die beiden Posten, Reinhold Huhn war im Begriff die Familie zu kontrollieren - woraufhin Rudolf Müller stehenblieb und aus nächster Nähe auf ihn schoss.
Die Flucht der Familie Müller war geglückt, und der 20jährige Reinhold Huhn starb noch an diesem Abend.
Die Geschehnisse bzw. deren genauer Ablauf waren lange umstritten. Mehrere Varianten wurden für möglich gehalten und auch in den westlichen Medien diskutiert - darunter auch die Version, Reinhold Huhn habe selbst mit fliehen wollen und sei von seinem Postenführer erschossen worden. In den DDR-Medien dagegen wurde der mutmaßliche Täter als direkter Handlanger und Auftragnehmer von Willy Brandt und Konrad Adenauer dargestellt.
Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde im Jahr 1996 der strafrechtliche Prozess gegen Rudolf Müller erneut eröffnet, in dessen Verlauf er die Tat gestand und wegen Mordes verurteilt wurde.
Reinhold Huhn wurde am 22. Juni 1962 auf dem Adorfer Friedhof beigesetzt.