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Ärzteversorgung

Seit dem Jahr 2016 beschäftigt sich der Stadtrat eindringlich mit dem Problem der künftigen ärztlichen Versorgung in Adorf und dem gesamten Oberland. Es besteht Einigkeit, auf diesem erheblichen Problemfeld aktiv zu werden - trotz naturgemäß begrenzter Handlungsmöglichkeiten der Stadt.

05.12.2017

Zur Fachveranstaltung zum Thema Telemedizin im oberen Vogtland konnten wir am 04.12.2017 ca. 40 Gäste begrüßen, der Ratssaal war sehr gut gefüllt. Zu unserer Freude war die Ärzteschaft der Umgebung zahlreich vertreten. Sowohl niedergelassene Ärzte (hauptsächlich Allgemeinmediziner) als auch Ärzte aus den umliegenden Akut-, Reha- und Kurkliniken hatten den Weg in unseren Ratssaal gefunden. Neben etlichen Stadträten nutzten z.B. auch Vertreter der IT-Branche und einige interessierte Adorfer die Gelegenheit sich zum Thema zu informieren. Da es sich um eine Veranstaltung der "Demografiewerkstatt Kommunen" handelte, waren auch unsere dortigen Partner vom BMFSFJ und dem DWK-Kompetenzzentrum aus Bielefeld nach Adorf gekommen.

Folgende Themen wurden vorgestellt:

  • Sebastian Dresbach, Chef des Zentrums für Telemedizin Bad Kissingen, stellte einen Erfahrungsbericht über Potentiale der Telemedizin vor. Telemedizin kann nicht nur der Arzt am Bildschirm sein, sondern auch eine zentrale Patientendatei, Entlastung durch Zeitersparnisse durch reisende Daten statt reisender Patienten und Ärzte, Verknüpfungspunkte zwischen den Ärzten, dadurch schnellere Diagnosen. Fazit: Technisch möglich ist unheimlich viel, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen nicht einfach. Auch der Mehrwert telemedizinischer Leistungen ist differenziert zu betrachten. Dass diese eine große Unterstützung auf verschiedenen Gebieten sein können, ist jedoch unbestreitbar. Voraussetzung ist jedoch, sich darauf einzulassen.
  • Dr. Uwe Drechsel, Beigeordneter des Landrates des Vogtlandkreises, berichtete über den Stand und Probleme bei der ambulanten medizinischen Versorgung im Vogtlandkreis und das Projekt "Telematik-Unterstützung in der Impulsregion Vogtland 2020". Hauptansinnen ist es, Wege zu finden, um Ärzte von nichtmedizinischen Nebentätigkeiten zu entlasten, steigenden Zeitaufwand für Hausbesuche und chronisch Kranke zu reduzieren. Ziel ist hierbei auch, den Missbrauch von Notaufnahmen zu reduzieren, den Verbleib kranker Menschen so lange wie möglich zu Hause zu sichern und deren Angehörige zu entlasten. Ebenso ist eine Attraktivitätssteigerung mittlerer medizinischer Berufe durch Telemonitoring/Telemedizin auf der Agenda, denn der Fachkräftemangel ist allgegenwärtig. Der Weg dorthin soll über die Einrichtung ambulanter Servicezentren gelingen.
  • Hans-Jürgen Stüber, Geschäftsführer der Pitcom Plauen GmbH, berichtete aus Sicht eines IT-Unternehmens von Erfahrungen und Hürden auf dem schwierigen Weg der Finanzierung technischer Entwicklungsmöglichkeiten.